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Marlies Liekfeld-Rapetti, Zucht, 2010, Ausstellungsansicht, Detail, Foto: Ferdinand Neumüller 18.02.2010 - 16.05.2010:

Marlies Liekfeld-Rapetti. Zucht
Das Elementare des Lebens, der Kreislauf von Entstehung, Wachstum und Verfall, der vor allem an den Oberflächen von Körpern sichtbar wir d,bildet einen zentralen thematischen Rahmen in Marlies Liekfeld-Rapettis Kunst, ihre Lebenserfahrung als Frau, den Hintergrund. Als Ausgangsmaterial für ihre plastischen Arbeiten dient Papier. In Flüssigkeiten getränkt und geschichtet, vermag es die haptischen Qualitäten, die Fragilität und Verletzlichkeit von Haut zu transportieren. Mit diesem Werkstoff gestaltet die Künstlerin „Leibhautkleider“, „Körperschalen“ und „Mumis“. Die Entwicklungen im Bereich der Molekularbiologie, allen voran das erstmals erfolgreiche Klonen eines Säugetieres im Jahr 1996, führte die Künstlerin zur Beschäftigung mit der möglichen Einflussnahme auf die natürlichen Abläufe des menschlichen Lebens. Aldous Huxleys Roman „Schöne neue Welt“ aus den 1930er Jahren, in dem die Züchtung und Manipulation von Menschen als düstere Vision in Aussicht gestellt wird, wurde schließlich zum Impuls für eine künstlerische Aufarbeitung und der Entstehung von Fruchtblasen. In der Installation „Zucht“ in der Burgkapelle setzt Marlies Liekfeld-Rapetti die plexigläsernen Gebilde mit anderen Werkgruppen in Verbindung und dringt so noch tiefer in die Thematik ein.


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